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Mitteilungsblatt Höchberg

HÖCHBERG

Neue Feuchtbiotopanlage am Tiergarten

Mit der Neuanlage mehrerer Vertiefungen und einem mäandernden Bachlauf im Gebiet „Tiergarten“ hat die Gemeinde Höchberg neue Anreize für Amphibien und Insekten geschaffen, die in unserer Flur immer seltener werden. In Absprache mit Revierförster Wolfgang Fricker wurde dieses Gebiet ausgewählt, da es eines der wenigen Standorte im Gemeindegebiet ist, das aus Lößboden besteht. So hat die Feuchtigkeit wenigstens etwas die Möglichkeit, im Boden einzusickern und nicht, wie bei Muschelkalk üblich, einfach darüber hinwegzuschwemmen. In diesem Bereich war schon ein alter Graben vorhanden, der aber nicht mehr nutzbar war. Alte Aufzeichnungen belegen, dass er in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts vom Reichsarbeitsdienst angelegt worden war, um die Feuchtgebiete oberhalb in Richtung Eisingen zu entwässern.
Bei Starkregen ist dieser Graben auch heute noch gut gefüllt, aber in der jetzigen Trockenperiode fällt er regelmäßig trocken. Letztmals, so erinnert sich Bürgermeister Peter Stichler, stand das ganze Gelände bis ungefähr zum jetzigen Kindergarten im Wiesengrund 1992 unter Wasser, als ein Damm für ein Regenrückhaltebecken in der Nähe des Discounters in Eisingen brach und seine Wassermassen talwärts Richtung Höchberg flossen. Da konnte man eine einzige Wasserfläche besichtigen, doch seitdem ist zum Glück nichts mehr passiert. Trotzdem lohnt sich die Anlage der neuen Feuchtbiotopfläche im FFH-Gebiet (Fauna, Flora Habitat), also einer besonders schützenswerten Gegend. Hier sollen zukünftig Gelbbauchunken und weitere Amphibien sich ansiedeln und auch die Insekten sollen angelockt werden. Dazu wird in Kürze vom gemeindlichen Bauhof eine Bienenweide-Mischung auf den bearbeiteten Flächen gesät, so dass alle Tiere Nutznießer der neuen Anlage sein können. „Wir tun schon sehr viel für den Artenschutz und die Artenvielfalt in der Gemeinde und das nicht erst, seit er in aller Munde ist“, berichtet Bauamtsleiter Alexander Knahn.
Natürlich werde nicht über jede Maßnahme berichtet, aber an vielen Stellen auf gemeindlichen Grund sei man mit Bedacht an den Naturschutz herangegangen. Er, sowie der Bürgermeister, dankten dem gemeindlichen Bauhof, der die neue Feuchtbiotopanlage in nur zwei Tagen angelegt hatte. Frank Emrich war mit einem kleinen Bagger vorsichtig in das Gelände gefahren und hatte die Landschaft neu modelliert. Ihm zur Seite stand Klaus Hahner, der die Arbeiten unterstützte und nach möglichen Schwachstellen im Boden Ausschau hielt. Die Gemeinde wird weiter an der Entwicklung des Naturschutzes arbeiten, schließlich heißt der Ortsslogan: „Stadtnah wohnen, naturnah leben“. Bürgermeister Stichler und seine Mitarbeiter werden auch in Zukunft alles unternehmen, damit dieses Motto auch weiter gilt.

Bild: V.l. Bauamtsleiter Alexander Knahn, Revierförster Wolfgang Fricker, Klaus Hahner und Frank Emrich vom Bauhof sowie 1. Bürgermeister Peter Stichler.